Was können Sie hier sehen?

Im nebenstehenden Bild pulsiert ein Monster: Es wartet darauf, dass Sie eine Kopie mit der Maus (oder durch Antippen) nach unten links ziehen. Nicht aus dem Bild heraus, sondern gerade in der linken unteren Ecke.

Vergleichen Sie nun die Größe der Beiden. Obwohl Sie ja wissen, dass die beiden gleich groß sind – sehen sie so aus, als hätten sie die gleiche Größe?

Wie funktioniert das?

Die beiden Monster scheinen unterschiedlich groß zu sein, obwohl sie völlig identisch sind. Das ist aber kein Augenfehler: Wenn auch die Monster im Bild gleich groß sind, wären sie das in der wirklichen 3-D-Szene nicht.

Es handelt sich hierbei um ein besonders schönes Beispiel für eine „Ponzo-Täuschung“: Der Hintergrund, hier die unterirdischen Katakomben, gaukelt dem Betrachter verschiedene Entfernung in der Zeichnung vor. Unser visuelles System schätzt die Größe eines Objektes folgenderweise ein: die auf der Netzhaut wahrgenommene Größe wird multipliziert mit der angenommenen Entfernung. Die beiden Monster sehen also unterschiedlich groß aus, da sie in unterschiedlichen Distanzen vermutet werden.

Autor der Zeichungen: Roger N. Shepard.

Quellen

Shepard RN (1990) Mind Sights: Original Visual Illusions, Ambiguities, and other Anomalies, New York: WH Freeman and Company

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→Sehphänomene