Was können Sie hier sehen?

Die nebenstehende Abbildung zeigt das Gemälde “Die Gesandten” (1533, aus Wikimedia Commons) von Hans Holbein dem Jüngeren. Alles ist naturgetreu dargestellt, die Personen, die Kleidung, etc. Die Laute z.B. ist ganz im Sinne von Trompe-l’œil gemalt. Aber was ist das merkwürdige Gebilde unten in der Mitte?

Was können Sie hier tun?

Sie können von schräg rechts oben auf das Bild schauen. Einfacher: Weiter unten habe ich das Gebilde ausgeschnitten und mit dem Schieber links kann man den Winkel verändern, mit dem Schieber rechts kann man horizontal stauchen. Damit kann man das Gebilde erkennbar machen.
Ein Tipp dazu: Memento mori.


Wie funktioniert das?

Das Gebilde ist perspektivisch verzerrt, ein Beispiel für eine anamorphotische Abbildung. Das Gemälde hing ursprünglich am unteren Ende eines Treppenaufganges, so dass man zu Beginn der Treppe den richtigen Betrachtungswinkel hatte (jetzt in der National Gallery in London). Anamorphosen können auch durch Spiegelung an gewölbten Flächen entstehen, z.B. an Zylindern oder Kegeln. Aktuelles Beispiel: Auf Straßen sind gelegentlich stark in die Länge gezogene Fahrradsymbole, die aus der richtigen Entfernung dann aussehen, als stünden sie aufrecht. Weiteres Beispiel: Bandenwerbung in Stadien.

Quellen

Wikipediaeintrag zu “Die Gesandten”

Wikipediaeintrag zu Anamorphosen

[→ auf Englisch]

 
→Sehphänomene