Was können Sie hier sehen und tun?

Das Gitter oben flackert geradezu wild. Um es zu zähmen, bewegt man den Finger längs des Gitters mit einer Geschwindigkeit von ca. 2 s für die ganze Breite, und folgt dem Finger mit dem Blick. Wenn man die richtige Geschwindigkeit trifft, dann scheint sich das ganze Gitter gleichmäßig mitzubewegen. Und wenn man den Finger zurückbewegt, dann geht auch das Gitter andersherum! Mit ein wenig Übung geht das auch, ohne dass der Blick mit dem Finger geführt wird. Tatsächlich ist im Bild gar keine Bewegung, sondern nur eine schnelle Musterumkehr: schwarz wird zu weiß und umgekehrt, etc. Mit den mittleren Einstellern mit der Umkehrgeschwindigkeit experimentiert werden: je schneller, desto schneller bewegt sich auch das Gitter. Man kann die Balkenbreite ändern (px): je feiner, desto langsamer.

[Ab und zu ruckt das Ganze unregelmäßig, der Interakion mit dem zweiten Zeitmuster der Bildschirmaktualisierung des Rechners, am besten ignorieren.]

Ab und zu ruckt das Ganze, diese Störungen kommen von

Man kann mit der Umkehrgeschwindigkeit experimentieren (rps): je schneller, desto schneller bewegt sich auch das Gitter. Man kann die Balkenbreite ändern (px): je feiner, desto langsamer.

Wie funktioniert das?

Erklärung: Um die “richtige” Bewegung zu sehen, zieht unser Gehirn von gesehenen Bewegungen die Eigenbewegung ab, hier die Augenbewegung. Das ist sinnvoll. Wenn sich hier das Auge genau in der Zeit um einen Balken nach rechts bewegt, wie der Balken seine Farbe umkehrt, vermutet das Gehirn dass es derselbe Balken ist, der sich mitbewegt hat. Also ist die wahrscheinlichste Interpretation der Gesamtsituation eine scheinbare Gitterbewegung.

Quellen

Behrens F, Grüsser OJ (1979) Smooth pursuit eye movements and optokinetic nystagmus elicited by intermittently illuminated stationary patterns. Exp Brain Res 37:317–336

Pomerantz JR (1970) Eye movements affect the perception of apparent (beta) movement. Psychonomic Science 19:193–194

[→ Weitere Informationen auf Englisch]

→Sehphänomene