Adelsons “Schachbrett-Schatten”

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Was sieht man hier?

Hier sehen Sie einen grünen Zylinder auf einem Schachbrett. Das Licht fällt von oben links auf das Spielfeld.
Drücken Sie rechts oben die Taste “Question 1”. Zwei der Felder sind nun markiert. Was glauben Sie, welches das dunklere Feld ist? Sicher werden auch Sie sich für das obere entscheiden.
Im nächsten Moment erscheint schon eine gelbe Abdeckung. Vergleichen Sie noch einmal die Helligkeit der Felder ohne den räumlichen Zusammenhang des Feldes. Richtig, nun besitzen beide die gleiche Helligkeit. Probieren Sie noch “Question 2

Wie funktioniert das?

Technisch unterscheidet man zwischen „Helligkeit” – das, was man wahrnimmt – und „Leuchtdichte” – was man auf der Fläche physikalisch messen kann. Hier ist die Leuchtdichte der fraglichen Karos gleich, ihre Helligkeit hingegen unterschiedlich.

Warum? Unser Sehsystem interpretiert die Darstellung als räumlich, sieht eine Säule, einen Schatten und vermutet eine Lichtquelle oben links. Dann zieht unser Sehsystem die vermutete Beleuchtung ab, um zur „wahren” Helligkeit des jeweiligen Karos zu kommen, unabhängig von der Beleuchtung. Damit wird eine ganz wesentliche Leistung vollbracht: Eine Materialeigenschaft – hier der Grauton des jeweiligen Karos – richtig zu beurteilen, unabhängig davon, welches Licht darauf fällt.

Quellen

Adelson EH (1993) Perceptual organization and the judgment of brightness. Science 262:2042–2044

Adelson EH (2000) Lightness Perception and Lightness Illusions. In The New Cognitive Neurosciences, 2nd ed., M. Gazzaniga, ed. Cambridge, MA: MIT Press, pp. 339–351

[→ Weitere Informationen auf Englisch]

 
→Sehphänomene