Was können Sie hier sehen?

Die Munker-White-Täuschung (1981) besteht aus zwei senkrechten grün gestreiften Balken, über denen mehrere waagerechte schwarze Streifen liegen.

Sicher fällt Ihnen auch gleich auf, dass der rechte grüne Balken dunkler erscheint als der linke.

Bewegen Sie mit dem Schieber unten rechts die schwarzen Streifen hin und her. Wenn die Streifen ganz rechts sind, dann werden, wie von Zauberhand, die blauen Balken alle gleich. Und das sind sie auch wirklich.

Wie funktioniert das?

Wenn man das wüsste… Die im Biologieunterricht oft beschworene “laterale Hemmung” der Sinneszellen in der Netzhaut sagte gerade den umgekehrten Effekt vorher. Hier spielt offenbar die Verarbeitung im Sehzentrum im Gehirn eine größere Rolle als die Vorverarbeitung im Auge. Die neue unten angegebene Arbeit von Corney & Lotto bietet einen interessanten Erklärungsansatz.

White (1979, 1981) beschrieb den Helligkeitseffekt, Munker untersuchte zusätzlich Farbverschiebungen.

Quellen

Anderson BL (1997) A theory of illusory lightness and transparency in monocular and binocular images: the role of contour junctions. Perception 26:419–453

Taya R, Ehrenstein WH & Cavonius CR (1995) Varying the strength of the Munker-White effect by stereoscopic viewing. Perception 24:685–694

White M (1979) A new effect on perceived lightness. Perception 8:413–416

White M (1981) The effect of the nature of the surround on the perceived lightness of gray bars within square-wave test gratings. Perception 10:215–230

Demo from Ted Adelson’s site

Corney D, Lotto RB (2007) What Are Lightness Illusions and Why Do We See Them? PLoS Comput Biol 3:e180
This interesting paper shows that this illusion “automatically” occurs as a by-product when an artificial neural network is trained for brightness constancy.

[→ Weitere Informationen auf Englisch]

 
→Sehphänomene